viernes, 31 de enero de 2014

Heiliges Römisches Reich: der Erfolg einer deutschen Familie in Amerika und Spanien (XVI bis XVIII Jahrhundert)




Der deutscher Konquistador Ulrich Schmidt by Theodor de Bry.
Wikimedia commons



Die Leistungen einer wichtigen deutschen
Familie, die 
Kaiser Karl V. sendeten nach
Amerika und Spanien

FAHRT IN DIE HÖHE: DIE FAMILIE LISPERGUER -WITTEMBERG, EINE DEUTSCHE FAMILIE IM HERZEN DER SPANISCHEN MONARCHIE.



Sehr geehrte Damen und Herren,

  Ich bin Forscher der Nationalbibliothek, der Königlichen Akademie für Geschichte, des Staatsarchivs und zahlreicher anderer spanischer Institutionen und wende mich an Sie in folgender Angelegenheit:

  Ich habe ein Jahrzehnt lang die Lebensgeschichte von Pedro Lisperguer, einem deutschen Konquistador in Chile, der 1530 in Worms unter dem Namen Peter Lisperg als Sohn von Peter Birlinger und Catharina Lisperg geboren worden war, erforscht und studiert. Es steht außer Zweifel, dass die Geschichte der Lisperguers in Chile und Peru als höchst erfolgreich bezeichnet werden kann und muss; für zahlreiche Historiker stellen sie sogar die führende Familie in dieser wunderschönen Weltregion dar. Eine Enkelin Peter Lispergs war Catalina de los Ríos y Lisperguer, genannt „La Quintrala“, deren Leben heute nach dem großen nationalen Wahrzeichen La Araucana von Alonso de Ercilla das zweitwichtigste Thema in der chilenischen Literatur ist. Dieser überwältigende Erfolg hat viele Gelehrte, Universitäten und andere Interessenten dazu gebracht, unglaubliche Bemühungen zu unternehmen, um die Frage der Herkunft Peter Lispergs zu klären. Die Tatsache, dass man in Chile glaubt, Lisperg sei ein Nachfahre der Herzöge von Sachsen, hat beträchtlich zur Verbreitung seiner Legende beigetragen. Allerdings war es aller Begeisterung zum Trotz bis jetzt nicht gelungen, die Vergangenheit des berühmten Konquistadors aufzuklären.

       Dank neuer Hinweise und Dokumente, die in Spanien entdeckt wurden, ist es jetzt möglich gewesen, tiefer in die persönlichen und familiären Hintergründe in Deutschland, die Erziehung in Spanien, die wesentlichen Charakterzüge und das politische Umfeld Lispergs einzutauchen und so ein völlig neues Licht auf seine Person zu werfen. So ist zum ersten Mal die genaue Route seiner Reise durch die Niederlande als Begleiter Kaiser Karls V. und des Herzogs von Feria bestimmt worden. Diese Reise dauerte sechs Monate, in denen Lisperg die bedeutendsten Persönlichkeiten des Kaiserreichs und relevante Städte wie Brügge, Brüssel, Antwerpen, Leiden und Utrecht kennenlernte. Hoch interessant ist es auch gewesen, seinen Aufenthalt im spanischen Andalusien zu rekonstruieren, wo er in der Markgrafschaft Priego, deren geopolitisches Zentrum die Stadt Montilla (Provinz Córdoba) war, und in der Grafschaft Feria mit dem Hauptort Zafra (Provinz Badajoz) ein volles Jahrzehnt (1545–1555) verbrachte. In den ersten Jahren seines Aufenthalts in Spanien genoss er die Protektion von Pedro Fernández de Córdoba, 4. Graf von Feria, Grande von Spanien, bis dieser 1522 verstarb. Inzwischen sind alle Umstände seines Lebens in Andalusien im Detail untersucht worden. Von wesentlicher Bedeutung ist, neben vielen anderen faszinierenden Aspekten, auch die Aufdeckung der historischen Verdienste und der Größe des Hauses Feria-Priego unter besonderer Berücksichtigung des herausragenden Helden seiner Zeit und Eroberers Italiens, Gonzalo Fernández de Córdoba y Aguilar, El Gran Capitán.

     Nach dem Tod von Pedro Fernández de Córdoba im Jahr 1552 ging die Grafschaft an dessen Bruder Gómez Suarez de Figueroa, 5. Graf von Feria, Grande von Spanien. In Spanien entdeckte Aufzeichnungen belegen, dass Pedro Lisperg noch ein Jahr lang unter der Protektion von Gómez Suárez in Andalusien verblieb, den er am 12.juli 1554 in seine Fahrt nach England begleitete, kurz vor der Hochzeit von Phillip II. und Maria I. Tudor am 25 juli. 1554. Dort verbrachte er sieben Monate in der Gesellschaft der wichtigsten Ritter und Adligen aus England, Spanien und des Imperiums. Der Graf von Feria war der Botschafter Philipps in England, Mitglieds seines Staatsrates und einer der prominentesten Politiker seines Reiches und stand in direkter Beziehung zum Herzog von Alba, Ruy Gómes und vielen anderen. Nach seiner Erfahrung in England kehrte Lisperg zusammen mit anderen Höflingen nach Spanien zurück und bemühte sich in Andalusien um die Genehmigungen, die er benötigte, um in die Neue Welt zu reisen, darunter ein in Brüssel direkt vom Kaiser ausgestelltes Reskript. Alle diese Aspekte sind gründlich erforscht worden. Später, im Oktober 1555, schiffte sich Lisperg in Sanlúcar de Barrameda auf der Flotte des spanischen Vizekönigs von Peru, Andrés Hurtado de Mendoza, ein. Es ist hoch interessant gewesen, die raue Überfahrt über den Atlantischen Ozean, die Ankunft Lispergs auf dem amerikanischen Kontinent und seine Überquerung der Landenge von Panama zu rekonstruieren.

     Das Hauptanliegen des Buches ist es aber nicht, die Abenteuer und die wichtige Rolle Peter Lispergs in Chile und Peru zu beschreiben, da zu diesen Themen bereits eine umfangreiche Literatur existiert. Hauptziel des Projekts ist vielmehr die Aufklärung der Herkunft der Familie gewesen. Neue Dokumente, die in Spanien entdeckt wurden, haben gezeigt, dass sich auf der Pyrenäenhalbinsel auch eine wohlhabende deutsche Familie namens Wittemberg niedergelassen hatte. Diese Dokumente berichten von den familiären Verbindungen zwischen den Lispergs und den Wittembergs. Ist das erste Kapitel der Erziehung und Bildung Peter Lispergs in Europa gewidmet, so soll im zweiten Kapitel das schwierige Puzzle des familiären Hintergrunds gelöst werden. Um dieses Ziel zu erreichen, habe ich alle zugänglichen Informationen aus südamerikanischen Quellen zusammengetragen, um den Status der Familie in der Neuen Welt zu bestimmen. Besondere Bedeutung kam dabei dem Adelsstatus der Wittembergs in Spanien zu. Dank zahlreicher, bisher unveröffentlichter Manuskripte ist es möglich gewesen, in Erfahrung zu bringen, aus welchen deutschen Grafschaften und Herzogtümern die Familie stammte, und das ebenfalls in diesen Dokumenten beschriebene Wappen zu analysieren. Neue Belege und Aussagen der Wittemberg-Brüder in Spanien legen nahe, dass die Familie aus dem Herzogtum Württemberg stammte. Darüber hinaus habe ich aber auch eng mit dem Wormser Stadtarchiv zusammengearbeitet, um zu klären, was man dort tatsächlich von den Lispergs weiß.

    Es stellen sich aber immer noch viele Fragen, die nicht einfach zu beantworten sind. Wenn der Adelsstatus so evident war, warum verwickelten sich die Wittembergs dann in einige Widersprüche? Welchen Wert hatten die von den internationalen Wappenkundlern verkündigten Adelszertifikate damals? Wie war der Lebensstandard der Familie Wittemberg in Andalusien? Waren Sie Händler? Warum nahm Peter Lisperg den Namen seiner Mutter an, während einige seiner Nachfahren den traditionellen Namen Wittemberg verwenden? Alle diese Fragen sind sorgfältig untersucht worden, um dem Leser den wahren Charakter der Familie näher zu bringen. Dabei war es die Konsultation regionaler Archive in Sachsen und Württemberg unerlässlich. Im Bemühen um das Verständnis der Dichotomie der Herkunft aus Sachsen bzw. Württemberg habe ich in Südamerika und Spanien alle nur vorstellbaren Informationen zusammengetragen. Auf dem Spiel stand die Idiosynkrasie der Familie. Es ist interessant gewesen, sich mit der Lebensweise der Familie in Südamerika, ihren ehelichen Verbindungen, ihr Streben nach Adelstiteln, ihren Militärlaufbahnen und ihrer herausragenden Position in der adligen Gesellschaft zu befassen. Wenn aber der Adelsstatus Peter Lispergs so manifest war, warum heiratete er in Chile dann eine indigene Frau? Alle diese Tatsachen und andere Paradoxe haben über Jahrzehnte hinweg Historiker und Soziologen begeistert und sind nun zum ersten Mal eingehend untersucht worden. Die Ergebnisse der Untersuchung erlauben es, einen jüdischen Familienhintergrund komplett auszuschließen, und tragen darüber hinaus zu unserem Verständnis der Situation gemischtrassiger Clans in Amerika bei, indem Parallelen zu anderen Familien gezogen werden, die in den dortigen Gesellschaften trotz ihres „exotischen Blutes“ höchst erfolgreich waren.

    Im dritten Kapitel wird die Geschichte der Familie Wittemberg in Spanien behandelt. Sie begann 1668 mit der Ankunft Johannes Wittenberg Dreyers in Spanien als Vertreter hanseatischer Händler aus Hamburg. Dieser gründete später mit einem deutschen Partner eine eigene Reederei, die 130 Jahre lang kommerziell höchst erfolgreich war. Es ist sehr interessant gewesen, die Geschäfte und Verbindungen der Familie in Spanien und die Routen ihrer Schiffe, die vor allem die baltischen Häfen im Norden Europas anliefen, zu analysieren. Auch die Entwicklung des Unternehmens ist untersucht worden, so dass jetzt Einzelheiten zu allen Teilhabern bekannt sind, unter denen sich auch zahlreiche ausländische Konsule befanden, die gemeinsame Interessen mit der Familie Wittemberg hatten. Anhand der Untersuchung der Belegschaft und der Partner, ihrer Geschäfte und zahlreicher in Spanien entdeckter Aufzeichnungen konnte der Hintergrund der Familie in Hamburg aufgeklärt werden.

 Mittels der Untersuchung zahlreicher Testamente, Güteraufteilungen und Aufzeichnungen verschiedenster Art ist es möglich gewesen, den Stammbaum der Familie in Spanien zu rekonstruieren; die hochrangigen Eheschließungen mit zahlreichen Mitgliedern des Adels, die es der Familie ermöglichten, Schlüsselpositionen in der spanischen Regierung, beim Militär und im Klerus zu besetzen. Es geht um die spannende Geschichte eines intelligenten ausländischen Clans, der in wenigen Jahren die Kontrolle des Landes übernahm und große Besitztümer mit stolzen Herrenhäusern erwarb, auf denen verschiedenste landwirtschaftliche Produkte erzeugt wurden, vor allem Wein, den man in großen Mengen exportierte. Die ehrgeizige Untersuchung wirft ein neues Licht auf diese bedeutende deutsche Familie, ihre kolossalen Leistungen, die Eheschließungen mit spanischen Grandes und ihren gehobenen Lebensstil mit edlen Möbeln, Tafelsilber, seidenen Stoffen und vielen anderen kostbaren Objekten. Es handelt sich um eine ehrgeizige Arbeit, die den hohen Lebensstandard der Familie illustriert, indem man aufzeigt, dass die Wittembergs musizierten, elegante Kutschen mit dem eigenen Wappen besaßen, die Söhne, von denen einige zu Anwälten wurden, zur Universität schickten, immense Macht und Anerkennung erlangten und in der spanischen Gesellschaft des 18. Jahrhunderts eine wahrhaft prominente Adelsdynastie darstellten.

   Mitglied dieser deutschen Familie war über seine Mutter auch Luis Joseph Velázquez de Velasco, Markgraf von Valdeflores (1722–1772) und Mitglied der spanischen Königlichen Akademie für Geschichte, eine Schlüsselfigur der frühen spanischen Aufklärung, dessen Geschichte der spanischen Dichtung 1769 vom Göttinger Professor Johann Andreas Dieze übersetzt wurde. 1860 nutzte Emil Hübner, Mitglied der Königlich-Preußischen Akademie der Wissenschaften zu Berlin, die zahlreichen von Velázquez gesammelten Inschriften bei der Zusammenstellung seines Corpus Inscriptionum Latinarum. Velázquez, hochgebildet und Mitglied zahlreicher Akademien, war an den meisten bedeutenden literarischen Bewegungen und kulturellen Projekten seiner Zeit beteiligt. Er gilt als Pionier der Einführung des Klassizismus in Spanien und als einer der Jüngsten, die eine wissenschaftliche Expedition durch die Pyrenäenhalbinsel unternahmen, um regionale Antiquitäten zu sammeln.

  Zusammenfassend lässt sich sagen, dass es sich um eine aufschlussreiche Arbeit handelt, in der alle Fakten zu dieser wohlhabenden deutschen Familie –den intelligenten Lisperguer-Wittembergs, die sich nicht nur vorteilhaft in einem fremdem Land zu integrieren verstanden, sondern dort sogar führende gesellschaftliche Stellungen einnahmen, eine optimale Heiratspolitik betrieben, verschiedene Adelstitel erlangten und in Spanien und Südamerika den Inbegriff des Erfolgs verkörpern– zusammengetragen worden sind. Die Arbeit umfasst auch einige Anhänge: einen vollständigen Stammbaum der Wittembergs in Spanien, ein wichtiges Adelszertifikat der Familie, einen umfassenden Lebenslauf Peter Lispergs, eine Kompilation der Genehmigungen, die er für die Reise nach Chile und Peru benötigte, sowie einen Stammbaum der Lisperguers in Südamerika.

    Interessant ist schließlich auch noch, dass La Quintrala und die Lisperg-Familie gerade jetzt im chilenischen Nationaltheater auf der Bühne zu sehen sind und dass ihr Leben in Fernsehserien, Romanen, Artikeln und sogar Opern regelmäßig gelungen dargestellt wird. Die von mir jetzt der Öffentlichkeit vorgestellte Arbeit bedeutet einen echten Durchbruch im Bereich der Forschung, und ich bin mir sicher, dass sie zur Entstehung zahlreicher kultureller Initiativen in Chile, Spanien und Deutschland führen wird.

                                                  Mit freundlichem Gruß



                                   Daniel Piedrabuena Ruiz-Tagle

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Nachtrag:

Liebe Leser:

Der Titel des Buches hat sich geändert. Es wurde in zwei Bände aufgeteilt. Die erste heißt "El conquistador alemán Pedro Lisperguer Wittemberg: De cortesano de Carlos V y Felipe II a célebre precursor de Chile"  und es ist ein Angebot auf Amazon in seiner digitalen Version. Danke. D.P.R. 







Kürzlich Ich schrieb einen Artikel in der hundertjährige Zeitschrift  Athena. Ich lade Sie zu wissen:






Danke

Daniel Piedrabuena Ruiz-Tagle

Ich veröfftenlichte vor Kurzem ein neues Büch, sehr neu in den inhalt dieses Thema mit den Titel: Los Lísperguer Wittemberg: una familia alemana en el corazón de la cultura chilena: Iidentidad y esplendor de la primera familia colonial de Chile.










Daniel Piedrabuena Ruiz-Tagle 



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